Presse

"Das ist gewiss: Eine angestammte Funktion von Literatur besteht darin, Erkenntnisse zu vermitteln. Indem sie auf etwas zeigt, es bloßstellt und bewusst macht, hofft sie zugleich auf Veränderung: Sartre nannte es "Handeln durch Enthüllen", und Georg Lukács sprach vom "Schock des Bewusstwerdens."

(Siegfried Lenz in FAZ.NET vom 30. Januar 2010)

"Es mag mit der Unfertigkeit des Textes zusammenhängen und ist doch befremdlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Palmier trotz aller Distanzierung den Vorlieben und Wertmassstäben der älteren Benjamin-Forschung verhaftet bleibt. Bei der Vorstellung Georg Simmels, den er offenkundig nicht genauer kennt, zögert er keinen Augenblick, die arroganten Flegeleien eines Georg Lukács für bare Münze zu nehmen. Zu den Benjamin-Lektüren Derridas oder Hannah Arendts fällt ihm nicht mehr ein als philologische Mäkelei; und gar nicht entscheiden kann er sich in der Frage, ob das seit Mitte der zwanziger Jahre verstärkte Interesse Benjamins am dialektischen Materialismus nun als denkgeschichtlicher «Bruch» zu deuten sei – oder eben nicht."

(NZZ Online vom 20. Januar 2010)

"Im Westen setzen sich nach dem Ersten Weltkrieg Philosophen wie Karl Korsch, Georg Lukács und Antonio Gramsci sehr viel differenzierter mit Marx auseinander und bereiten etwa der Frankfurter Schule um Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse den Weg."

(RP online vom 06. Januar 2010)

"Wer meint, das Reisen sei eine Flucht ins Exotische, eine amüsante Nebensächlichkeit, der wird von «Heart of Darkness» eines Besseren belehrt, diesem dichten, enigmatischen und verstörenden Text, der nur von jemandem geschrieben werden konnte, der in der «transzendentalen Heimatlosigkeit» aufgegangen war, die Georg Lukács als Grundzustand der modernen Literatur ausmacht. «Before the Congo I was a mere animal», soll Conrad gesagt haben. In einem Land, in dem die Unmenschlichkeit wütet, wird der heimatlose Autor zu einem höheren Wesen, vielleicht gerade weil er in der undurchdringlichen Fremde Einblick in das Herz der Menschen gewinnen kann."

(NZZ Online vom 30. November 2009)

"Daß Brecht und Hacks den Hegel so unterschiedlich gelesen haben, ist ein Glücksfall. Einer von beiden wäre uns womöglich abhanden gekommen. Daß Brecht den Lukács nicht mag und Hacks ihn für einen »normengebenden Anführer des Geistes« hält, hat auch etwas mit dieser Lektüre zu tun. Doch nun sind sie alle tot. Und irgendwo las ich: Brecht liegt neben Hegel, Hacks ruht französisch. Und wenn man die richtige Einstellung hat, deucht einem, Versailles ist eigentlich hier."

(Junge Welt vom 27. November 2009)

"Keine Frage: Die Aktualität des Theoretikers Friedrich Schiller stellt sich wieder neu. Auch im Kontext einer schon von Georg Lukács (in „Geschichte und Klassenkampf“) – im Band leider nicht separat diskutierten – initiierten Diskussion über Schiller als prophetischer Vordenker und möglicher Problemlöser hinsichtlich der Entfremdungs-Thematik. Denn Schillers Verdikt über den homo ludens, der nur da „ganz Mensch ist, wo er spielt“, so Lukács, spanne das „ästhetische Prinzip weit über die Ästhetik hinaus“ und suche in ihm „den Schlüssel zur Lösung der Frage nach dem Sinn des gesellschaftlichen Daseins des Menschen“. Und damit übertreffe Schiller alle früheren Denker, die in naiven Denkformen der Verdinglichung stehen geblieben waren: Bei Schiller, meint Lukács, „tritt die Problematik des gesellschaftlichen Seins des kapitalistischen Menschen mit voller Kraft ins Bewusstsein“. Wenn der Entfremdungs-Theoretiker Lukács also Schiller als Vordenker der Verdinglichungs-Problematik akzeptiert und ausnahmsweise nicht unterschätzt, dann scheint das hier diskutierte Phänomen auch den altbekannten Aspekt eines hermeneutischen Tunnelblicks widerzuspiegeln: Je nach Spezialinteresse wird Schiller einem favorisierten Segment oder Klassifikationsmodell subsumiert."

(literaturkritik.de vom 11. November 2009)

"Hätte Goethe später gelebt: er wäre sogar Kommunist geworden. Das alles weiß der letzte linke Student. Denn: er hat Hacks gelesen. Und: er hat Hacks verstanden. So: wie er auch Adorno verstanden hat, und Lukàcs und Hegel und Brecht und Benn. Der letzte linke Student weiß: Nur Lektüre macht schlau. Lektüre nämlich: ist die Basis für das Denken. Und ohne das Denken: wird es niemals eine Revolution geben. Daher denkt der letzte linke Student auch immer ganz viel."

(Jörg Sundermeier in Jungle World Nr. 44, 29. Oktober 2009)

"Gay discorda do crítico, também marxista, Georg Lukács, que decretou 1848 o ano da morte da ideologia burguesa. Lukács disse que a burguesia francesa não mais desempenharia um papel na progressista peça da modernidade."

(Estadão de Hoje vom 10. Mai 2009)

"Benseler hat sich bis heute nur einer Parteilinie verschrieben, der des parteilosen radikalen Aufklärers. Später in diesem Jahr wird er 80 Jahre alt, ein Geburtstag, den er in Stille feiern möchte. Schon jetzt bescherte er sich ein Geschenk dazu. Im Bielefelder Aisthesis-Verlag ist unter seiner Mitherausgeberschaft der erste Titel einer Werk-Auswahl des ungarischen Philosophen Georg Lukács (1885–1971) erschienen. Neben Theodor W. Adorno, dem Exponenten der "Kritischen Theorie", und Ernst Bloch gehört der wegen Bekenntnisse zum Kommunismus für manche anrüchige Lukács zu den prägenden Denkern des 20. Jahrhunderts. "Ohne Lukács ist der westliche Marxismus nicht zu verstehen", sagt Benseler."

(Neue Westfälische vom 08. Mai 2009)

"O molde artístico e conceitual que Valéria trabalha tem história. Já no início do século 20, o conhecido filósofo húngaro Georg Lukács, defendia a tese de que a arte se formava a partir das necessidades do dia-a-dia. De acordo com Lukács, os elementos artísticos que interessam são aqueles que são vistos em itens que interagem no cotidiano do homem, percebidos por uma concepção diferente e não aqueles criados sem relação de utilidade ou que são indiferentes com os seus receptores."

(Correio de Uberlãndia vom 08. Mai 2009)

"Muchos críticos saludaron Un día... como el golpe de gracia al realismo socialista, pero Georg Lukács -para entonces alejado de sus planteamientos de los años treinta- vio en la ópera prima de Solzhenitsin la renovación de lo que había terminado siendo un estilo formulario y oficial."

(El País vom 02. Mai 2009)

"Mark Bould's Lone Star: The Cinema of John Sayles (Wallflower •••) is another in the Director's Cuts series from this progressive publisher. Again it's a series of very highbrow discussions about each of this great filmmaker's works. As with all these books, Bould treads across a critical theory minefield and evokes Gramsci, Marx, Freud and Lukács by way of analysis. When not overpoweringly academic in tone, Bould's prose style is actually a little too flat to maintain interest but still this may be of interest to film studies students."

(The List vom 30. April 2009)

"Financial crisis, tells us György Lukács, threatens the foundations of the capitalist regime. The ruling class loses its self-confidence and begins to substitute ad-hoc excuses for natural-state-of-things theories. And as the ideological glue that holds the regime together weakens, class conflict becomes visible through the cracks of universal rhetoric, while naked force suddenly looms large behind the front window of tolerance."

(Dollars & Sense, April 2009)

"To get an idea of the book’s priorities, take a look at its footnotes. Freire isn’t interested in the Western tradition’s leading education thinkers—not Rousseau, not Piaget, not John Dewey, not Horace Mann, not Maria Montessori. He cites a rather different set of figures: Marx, Lenin, Mao, Che Guevara, and Fidel Castro, as well as the radical intellectuals Frantz Fanon, Régis Debray, Herbert Marcuse, Jean-Paul Sartre, Louis Althusser, and Georg Lukács. And no wonder, since Freire’s main idea is that the central contradiction of every society is between the “oppressors” and the “oppressed” and that revolution should resolve their conflict. The “oppressed” are, moreover, destined to develop a “pedagogy” that leads them to their own liberation."

(The City Journal, Frühjahr 2009)

"Ein Realismus von frappierender Überzeugung, der ein kleines Schicksal ins große Verbrechen stellt. Selbst der Marxist Georg Lukacs war davon so beeindruckt, dass er einen lobenden Essay darüber verfasste, der sogar in der Sammlung Luchterhand erschienen ist."

(Tagespost vom 05. August 2008)

"Die Idee, dass Menschen das Bedürfnis haben könnten, mit Dingen zu sprechen, scheint keineswegs mehr für abwegig gehalten zu werden. Das wiederum könnte für die These sprechen, dass sich in der kapitalistischen Gesellschaft auch jede Beziehung zwischen Personen durch eine "gespenstische Gegenständlichkeit" auszeichnet. Das zumindest behauptet Georg Lukács im Rückgriff auf Marx in "Geschichte und Klassenbewusstsein"."

(taz.de vom 03. August 2008)

"Georg Lukács mit wahrscheinlich übel riechenden Zigarrenstumpen, Arthur Koestler, Albert Camus, Jean Améry. Ohne die Inspiration der Zigarette, ohne die Entspannung, die sie ihnen brachte, wären ihre Werke andere geworden und vermutlich nicht besser."

(taz.de vom 01. August 2008)

"When San Juan takes on a fellowship in Harvard University’s W.E.B. Du Bois Institute for African and African American Research in the spring of 2009, it will be the latest way station with a line running back to one of his earliest contributions to global intellectual history – the editing and introductory essay for Marxism and Human Liberation in 1973. It was the first collection in English translation of essays by Georg Lukacs, the Hungarian philosopher and literary critic most scholars consider the founder of the Western Marxist tradition."

(inquirer.net vom 1. Juli 2008)

"Im Juli 1957 war Janka, damals Leiter des Aufbau-Verlages, in einem Schauprozess zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die Anklage lautete "Bildung einer konterrevolutionären Gruppe" um den Verlag und die hauseigene Wochenzeitung "Sonntag". Formeller Anlass dafür war Jankas Versuch, den Verlags-Autor Georg Lukács 1956 aus dem unruhigen Ungarn in die DDR zu holen. Lukács galt bei ranghohen DDR-Politikern als "geistiger Vater der Konterrevolution"."

(mdr.de vom 27. Juni 2008)

"Vor 75 Jahren, am 10. Mai 1933, brannten auf dem Berliner Opernplatz die Bücher. Verbrannt wurden Bücher aller Art. Titel berühmter Schriftsteller oder Philosophen wie Thomas Mann, Joseph Roth, Siegfried Kracauer, Georg Lukács, Ferdinand Lassalle oder Karl Marx wurden ebenso vernichtet wie die Werke unbekannterer Realisten, Pazifisten, Expressionisten oder Journalisten."

(Wormser Zeitung vom 11. Juni 2008)

"Anna Seghers mit dem ungarischen Literaturtheoretiker Georg Lukács auf einer Tagung des Weltfriedensrates in Berlin 1952"

(Main-Spitze vom 31.Mai 2008)

"Der Verweis auf den ,Klassiker' George Lukács, so plausibel er ist, bestätigt aber andererseits einen Eindruck, der allen Beiträgen in diesem Sammelband gemein ist. Sie gründen in einem nicht weiter hinterfragten Literaturverständnis, welches dazu neigt, das Werk Thomas Manns gegen die mehr oder weniger geringer geschätzte literarische Avantgarde ins Feld zu führen. Es wäre indes ein Missverständnis, würde ein solcher Konservatismus das "weltläufige Erzählen" Thomas Manns einvernehmen wollen."

(literaturkritik.de Juni 2008)

"1993 publizierte die Lukács-Schülerin Agnes Heller in der "Deutschen Zeitschrift für Philosophie" einen Essay mit dem Titel "Der Tod des Subjekts" und zählt eingangs alleine siebzehn verschiedene Bedeutungen des Begriffs Subjekt auf, die für die "gegenwärtige[n] französischen und deutschen Debatten" relevant sind."

(literaturkritik.de Juni 2008)

"ungarischer Philosoph und Literaturwissenschaftler, * 13. 4. 1885 Budapest, † 4. 6. 1971 Budapest. Lukács gilt als bedeutender Erneuerer der marxistischen Philosophie und Theorie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er verstand sich immer als Kommunist, setzte sich aber für eine demokratische Erneuerung des Marxismus ein."

(humanistischer pressedienst vom 13. April 2008)

"Ein anderes Kapitel beschäftigt sich mit der Literatur der DDR, doch geht es hier vor allem um theoretische Konzepte (Georg Lukács) und das Wirken Anna Seghers, deren Aussagen gelegentlich mit Forderungen der Partei kollidierten. Ein wenig vertan ist hier die Chance, die Bespitzelung von Schriftstellern in diesem Staat zu thematisieren, nachdem die ersten beiden Kapitel die These nahe legen, dass Geheimdienste prinzipiell eine Gefahr für Demokratie und Freiheit darstellen."

(literaturkritik.de April 2008)

"Noch nie konnte man derart genau die Prägungen durch die jüdische Religion erkennen, durch Sören Kierkegaards Bücher »Entweder – Oder« und »Einübung im Christentum», durch Förderer wie Alfred Kerr und die nahen Freunde Philipp Schaeffer oder Karl und Irene With, aber auch durch Georg Lukács, den politischen Weggefährten Radvanyis: Das Panorama eines frühen Lebensweges, der in die Weltliteratur führen sollte."

(Neues Deutschland vom 10. März 2008)

"Dieser historischen Pflicht kam die deutsche Arbeiterklasse mit der Novemberrevolution 1918 nach, die zur Annullierung des Vertrages von Brest-Litowsk führte. Bis dahin hatte Lenins »revolutionäre Realpolitik« (Georg Lukács), die über die revolutionäre Phrase gesiegt hatte, der Sowjetmacht das Überleben gesichert."

(Junge Welt vom 03. März 2008)

"Es habe zwei Katastrophen in der deutschen Geschichte gegeben, den Dreißigjährigen Krieg und die Herrschaft Kaiser Wilhelms II., pflegte Simmel zu sagen. Erst mit 56 Jahren erhielt er einen Ruf auf einen Lehrstuhl in der Provinz. Die Berliner Presse nannte es einen Skandal, dass die Hauptstadt ihren originellsten Philosophen 1914 ins ferne Straßburg ziehen ließ. Dort starb er vier Jahre später, noch vor dem Ende des Ersten Weltkriegs. „Meine Hinterlassenschaft ist wie eine in barem Gelde, das an viele Erben verteilt wird, und jeder setzt seinen Teil in irgendeinen Erwerb um, der seiner Natur entspricht“, prophezeite Simmel. Die geistigen Erben hießen Ernst Bloch, Georg Lukacs, Siegfried Kracauer, Günther Anders und Theodor W. Adorno. Für Walter Benjamin markierte Simmel den „Übergang von der strengen Kathederphilosophie zu einer dichterisch oder essayistisch bestimmten“."

(Tagesspiegel vom 01. März 2008)

"Auch wenn sich in unseren Zeiten einer Umwertung aller Werte die herrschende Ideologie seit vielen Jahren bemüht, die Begriffe Links und Rechts so aufzuweichen, auszuhöhlen und durcheinander zu werfen, dass man zum Schluss kommen kann und soll, es handele sich dabei um Synonyme, so will dies, trotz aller Fortschritte hier und da, nicht so wirklich gelingen. Entsprechend sperrig ist die Reaktion, wenn plötzlich ein namhafter marxistischer Gesellschaftstheoretiker und Linkssozialist wie Leo Kofler als Autor im Verlagsprogramm der intellektuellen Ultra-Rechten erscheint. So geschehen Ende 2007 im Wiener Karolinger Verlag, der unter Leo Koflers Namen und mit dem programmatischen Titel Nation - Klasse - Kultur einen Band mit gesammelten Aufsätzen aus vier Jahrzehnten (so der Untertitel) verlegt hat.

Als Herausgeber fungiert im Namen eines nicht näher bestimmten „Arbeitskreises" der „Wiener Philosoph" Reinhard Pitsch, der es sich dabei nicht nehmen lässt, die vorgelegte Sammlung von Kofler-Aufsätzen und Artikeln ausgiebig zu kommentieren - vor allem, indem er dabei mit beleidigenden Verleumdungen und Denunziationen nur so um sich wirft, um die Leo Kofler-Gesellschaft e.V., ihre Mitglieder wie ihre führenden Vertreter (und nebenbei gleich auch die Internationale Georg Lukács-Gesellschaft im Besonderen und die deutsche und internationale Linke im Allgemeinen) anzugreifen. Kofler wird von ultrarechts interpretiert und als nationalistischer Anti-Linker dargestellt, den man vor seiner Witwe und seinen in der Kofler-Gesellschaft versammelten Schülern und Freunden schützen müsse, die seinen Nachlass und sein intellektuelles Erbe fälschen und verdrehen würden. Kurioserweise wird dabei nicht einmal Kofler selbst von zum Teil heftiger Kritik ausgenommen."

(linkezeitung.de, 25. Februar 2008)

"In Heidelberg schloss Jaspers sich dem Kreis um Max Weber an und suchte die Bekanntschaft mit bedeutenden philosophischen Zeitgenossen, etwa mit Martin Heidegger, Edmund Husserl, Georg Lukács und Ernst Bloch. Die Heidelberger Jahrzehnte kann man als die fruchtbarsten seiner wissenschaftlichen Laufbahn bezeichnen, wobei es nicht leicht ist, seine Philosophie auf einen einfachen Nenner zu bringen."

(Deutschlandradio Kultur, 23. Februar 2008)

"„Es ist einfach Rockmusik“, sangen Tocotronic einmal über ihre Idole. Ganz so einfach wie die Musiker der Hamburger Schule macht es sich die Frankfurter Schule mit Bob Dylan nicht. Im Gegenteil. Die in dem Band versammelten Wissenschaftler fahren die halbe abendländische Philosophie auf, um den Meister zu erklären. Als da wären: Theodor W. Adorno, Augustinus, Roland Barthes, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Jacques Derrida, John Dewey, Umberto Eco, Harry G. Frankfurt, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Max Horkheimer, Sören Kierkegaard, Georg Lukács, Herbert Marcuse – um nur die Einträge im Literaturverzeichnis zu nennen. Die Beiträge bemühen aber auch Herder, Sartre, Habermas, Nietzsche, Canetti, Heidegger…"

(berlinerliteraturkritik.de, 15. Februar 2008)

"Die Villa am Rande des Wahnsinns" - klingt das nicht wie eine Verballhornung des bekannten Wortes vom "Grandhotel Abgrund"? Tatsächlich haben beide Topoi noch weniger gemein als eine WG, wie sie etwa von der Zweckgemeinschaft Studierender bewohnt wird mit einem Grandhotel, in dem die Oberen Zehntausend ein- und ausgehen. Das Wort vom "Grandhotel Abgrund" hatte der zwar gerne, aber ganz zu unrecht dem "Westlichen Marxismus" zugeschlagene Apologet des orthodoxen Marxismus Georg Lukács in pejorativer Absicht auf die konkurrierende Frankfurter Schule gemünzt. Deren theoretischer Kopf Theodor W. Adorno war allerdings auch nicht gerade zimperlich und meinte, Lukács' dreibändiges Werk über "Die Zerstörung der Vernunft" zeuge vor allem von der Zerstörung der Vernunft seines Verfassers. Ganz im Gegensatz zu Lukács Schmähwort handelt es sich bei der Rede von der "Villa am Rande des Abgrunds" um eine scherzhafte Selbstbezeichnung. Sie stammt von einer der Bewohnerinnen besagter 'Villa' und stiftet zugleich den Untertitel ihres flott geschriebenen Buches über "[m]eine Frauen-WG im Irak", in der seine Autorin, Susanne Fischer, ziemlich genau ein Jahr verbrachte."

(literaturkritik.de, Februar 2008)

"Kolnai gehörte wie Karl Mannheim, René Spitz, Georg Lukács oder Karl Polányi zu jenen Emigranten jüdischer Herkunft, die nach dem Ende der ungarischen Räterepublik 1919 nach Wien, Berlin oder Heidelberg flüchteten und die Kultur der Weimarer Republik mitprägten. Dem Schicksal des frei schwebenden Intellektuellen, der allen Richtungswechseln des Zeitgeistes zu folgen pflegt, entging Kolnai durch die frühzeitige Konversion zum Katholizismus. Seine Produktivität war ebenso vielseitig wie umfangreich. Aus seiner Feder stammen neben zahlreichen Artikeln Bücher zur Psychoanalyse und Sexualethik, zur Phänomenologie der Werte, zur Kritik des Utopischen sowie eine frühe Studie zum Weltbild des Nationalsozialismus, die noch immer der Übersetzung aus dem Englischen harrt."

(NZZ Online vom 31. Januar 2008)

"Zunächst einmal lässt sich konstatieren, dass die 1968 formulierten Forderungen nach einer "Politisierung des Fachs" auf die literaturtheoretische Praxis der Folgejahre nicht ohne Einfluss blieben. Die schon auf dem Münchner Germanistentag von 1966 begonnene Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Germanistik wurde erneut aufgegriffen und radikalisiert. Ende der 1960er-Jahre setzte zudem eine intensive Rezeption marxistischer Konzepte etwa von Georg Lukács und Herbert Marcuse ein, die einer materialistischen Literaturwissenschaft auf den Weg halfen. Den materialistisch fundierten kunstsoziologischen Reflexionen war ein ausgesprochen kritisches Verhältnis zur konkreten gesellschaftlichen Situation eigen. In ihrer extremen Variante reduzierte diese Sichtweise Literatur auf eine gesellschaftskritische Funktion. Literarische Texte wurden als Abbilder gesellschaftlicher Praxis definiert und sollten durch Identifikation zum Handlungsspielraum der eigenen Praxis dienen."

(literaturkritik.de, Januar 2008)

"Grossman erblickte seine Lebensaufgabe in der umfassenden Dokumentation der dreifachen Katastrophe des Stalin-Terrors, des Weltkriegs und des Holocaust. Dazu wählte er eine literarische Form, die im 20. Jahrhundert bereits als ausgestorben galt: das Epos. Als erster einflussreicher Kritiker erklärte Georg Lukács das Epos für tot. In seiner bahnbrechenden «Theorie des Romans» (1916), die im Übrigen nur ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Vorwort zu einem geplanten Dostojewski-Buch darstellt, zeichnete er nach, wie der Held aus dem epischen Kosmos in die «transzendentale Obdachlosigkeit» des Romans entlassen wurde.
Später ging Michail Bachtin noch einen Schritt weiter und verhiess dem offenen, körperbetonten und polyfonen Roman eine glänzende Zukunft, während das in sich ruhende Epos ästhetisch unrettbar verloren sei. Grossman war sich der konzeptuellen Probleme der epischen Grossform durchaus bewusst. Während ein Roman die menschliche Subjektivität in den Vordergrund rückt und oft sogar die Erlebniswelt eines einzigen Protagonisten zum ethischen Massstab der Handlung erhebt, muss das Epos immer wieder zur olympischen Perspektive des Autors zurückkehren und das Erzählte in die Totale bringen."

(NZZ Online vom 12. Januar 2008)